Die erste Hürde ist der Stau auf der Autobahn. Gerade kleinere Kinder leiden manchmal am so genannten Hitzestau (z.B. Autofahrt an heißen Tagen). Sind die Kinder von weinerlicher Natur oder wechselhafter Laune, ertragen keine enge Kleidung, keine heißen, stickigen Räume und spielen grundsätzlich lieber an der frischen Luft, kann Pulsatilla wirklich kleine Wunder vollbringen. Im Gegensatz zu Pulsatilla hält sich das Gelsemium-Kind ungern im Freien auf. Es reagiert bei Sonnenhitze mit Kopfschmerzen, fühlt sich dabei wie benommen, besonders die Extremitäten und Augenlider werden als "schwer", "wie gelähmt" empfunden.

Das Hauptmittel gegen das Schwächegefühl und die Erschöpfungssymptomatik bei sommerlichen Temperaturen ist Natrium muriaticum. Bereits kleine Anstrengungen in der Sonnenhitze werden gemieden, da sie zu Erschöpfung führen.
Bei körperlicher Überanstrengung mit drohendem Kollaps an besonders heißen Tagen ist Antimonium crudum ein wirksames Mittel, besonders passend, bei häufig Übellaunigen Kindern. Bei milden Formen der Hitzeohnmacht mit Blässe, Parästhesieen und Kaltschweißigkeit wird Carbo vegetabilis zur Kreislaufstabilisierung gegeben.

Aber auch ein anderes Leiden kann das Reisen zum "Problem" machen: die Reisekrankheit. Cocculus ist das Hauptmittel bei Reiseübelkeit mit Schwindel und mäßigem Schwächegefühl. Kommt dagegen zum Schwindel eine starke Übelkeit, ein Kältegefühl mit kühlem Schweiß und Blässe, so ist Tabacum angezeigt. Ruhepausen, frische Luft und Augenschließen bessern hierbei die Symptomatik. Bei noch ausgeprägterer "Seekrankheit" empfiehlt sich die Gabe von Theridion. Diese Kinder verspüren - im Gegensatz zu Tabacum - beim Augenschließen verstärkt Schwindel und Erbrechen und sind zudem geräuschempfindlich. Bei Flugangst oder Panikreaktionen, begleitet von körperlicher Unruhe empfiehlt sich die Gabe von Aconitum napellus eine Stunde vor Abflug. Reagiert das Kind mit nervösen Magen-Darmbeschwerden (Bauchkrämpfen und Durchfall), ist gereizt und ängstlich im Anblick der Menschenmenge in der Schalterhalle, so ist Argentum nitricum das Mittel der Wahl. Auch Phosphorus ist ein wichtiges Flugangstmittel bei feinfühligen, lebhaften, dabei aber eher vorsichtigen, ängstlichen Kindern. Wenn das Absacken des Flugzeugs in Luftlöchern oder im Landeanflug Unwohlsein und Übelkeit verursacht, hat sich Borax bewährt. Das Kind ist unruhig und zittrig und verträgt keinen Tabakrauch.

Gerade bei hochsommerlichen Temperaturen jenseits der 25°C Marke unterschätzen Eltern, wie leicht sich Kinder mitten im Sommer verkühlen können, beispielsweise während eines zu langen Bades, der aufkommenden Meeresbrise am Strand oder zu leichter Bekleidung am Abend. Hat sich das Kind verkühlt oder ist Nässe (Badebekleidung) die Ursache eines Infektes, so ist Dulcamara das Mittel der Wahl. Die Kinder leiden unter einem zähen gelb-grünlichen Stockschnupfen, auch mit Beteiligung der Ohren, Bindehautentzündungen und entwickeln eine schleimige Diarrhoe.

Folgt einem windigen Badetag rasant steigendes Fieber mit Schüttelfrost, so wird zu Beginn mit Aconitum behandelt. Kommt es im weiteren Fieberverlauf zu einer zunehmenden Kreislaufzentralisation, gekennzeichnet durch eine feucht-schwitzige Haut, einem roten Kopf, bei gleichzeitig kalten Extremitäten, ist Belladonna angezeigt. Ferrum phosphoricum ist ein zuverlässiges Fiebermittel bei infektanfälligen Kindern, mit Neigung zu Mittelohrentzündungen. Sie sind eher blass, typischerweise fühlen sie sich von der Erkrankung nur wenig beeinträchtigt. Chamomilla hilft wiederum bei gereizten, zornigen Fieber-Kindern, nicht nur in der Zeit des Zahnens. Erkältungen nach übermäßigem Schwitzen werden mit Rhus toxicodendron therapiert, insbesondere wenn sich im Verlauf Gelenkschmerzen und Fieberbläschen zeigen. Ein Hauptmittel bei grippalen Infekten im feucht-warmen Sommerwetter ist Gelsemium. Charakteristisch ist hier die vorherrschende Schwäche und Zittrigkeit des Kindes. Der Krankheitsverlauf ist schleppend, mit einem eher gemächlichen Fieberanstieg. Wird die Grippe von heftigen Glieder- und Knochenschmerzen oder gar einem galligen Erbrechen begleitet, so ist Eupatorium perfoliatum das Mittel der Wahl.

Gerade der Aufenthalt am Meer oder an einem Binnengewässer kann durch lästige Insekten oft sehr unangenehm sein. Zur Verhinderung und Abwehr von Insektenstichen hilft der Verzehr von Knoblauch und Zwiebelsaft. Alternativ können die unbedeckten Körperstellen regelmäßig mit diesen natürlichen Repellentien, oder auch Duftölen wie Zeder, Lavendel, Zitronella eingerieben werden. Auf frische Insektenstiche: Zwiebelscheiben legen oder Zwiebelsaft auf tragen. Dazu verabreichen sie Apis mellifica, das Hauptmittel bei der Behandlung von Stichen jeglicher Art. Der brennende, stechende Schmerz, aber auch Schwellung, Röte und Überwärmung werden hierdurch gelindert. Ledum ist ein großes Mittel zur Therapie besonders starker Lokalreaktionen und auch Superinfektionen der Einstichstelle. Bei Gefahr einer anaphylaktischen Kreislaufreaktion wird bis zum Eintreffen des Notarztes Aconitum napellus und Veratrum album gegeben.

Der stetigen Warnung der Dermatologen folgend, sollte man gerade bei Kindern auf ausreichenden Schutz gegenüber der Sonne achten, denn gerade Sonnenbrand und Sonnenstich treten bei Kindern besonders häufig auf oder bleiben anfangs oft unbemerkt. Kleinkinder sollten nie ohne Kopfbedeckung in der Mittagssonne spielen. Aufgrund des verhältnismäßig großen Kopfumfanges und der meist noch geringen Haardichte, sind Kinder besonders gefährdet für eine übermäßige Hitzeeinwirkung auf das zentrale Nervensystem. Zuallererst werden die Patienten an einen schattigen Ort gebracht, mit feuchten Tüchern behutsam gekühlt und mit reichlich Getränken versorgt. In der ersten Phase der Sonnenstich-Symptomatik klagen die Kinder über pochende Kopfschmerzen, sie haben einen roten Kopf, trockene heiße Haut, sind unruhig und auf Geräusche überempfindlich. In diesem Stadium ist Belladonna sehr hilfreich. Im Falle von heftigen, berstenden Kopfschmerzen, bei eher blassem Gesicht ist Glonoinum das Mittel der Wahl. Bestehen bereits Übelkeit und Erbrechen und sind die Kinder blass mit kaltschweißiger Haut kann Veratrum album gegeben werden. Wegen der Gefahr eines beginnenden Hirnödems sollte unverzüglich Ärztliche Hilfe zugezogen werden.

Essigumschläge bringen bei Sonnenbränden und leichtgradigen Verbrennungen Linderung. Ist die betroffene Hautpartie glänzend-rot und geschwollen hilft Apis mellifica. Zur Linderung der starken brennenden Schmerzen, eignet sich vorrangig Cantharis. Zeigen sich auf der verbrannten Haut brennende, juckende Bläschen ist Urtica urens angezeigt. Die Akut- wie auch die weitere Heilungsphase lässt sich mit Causticum gut unterstützen. Äußerlich empfiehlt sich die Anwendung einer Arnikaessenz (z.B. Combudoron Gelee).

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