Sanfte Hilfe bei Blasenentzündung

Sommerzeit, Wärme, luftige Kleidung, Grillabende in freier Natur, wer liebt das nicht? Gerade bei letztgenannten geraten viele Menschen ins Schwärmen, man genießt die laue Sommernacht beim Gläschen Rotwein, zu fortgeschrittener Stunde ist es schon etwas kühl und am nächsten Tag merkt "Frau" es dann: ein unangenehmes Gefühl im Unterbauch, häufiger Gang zur Toilette ... Blasenentzündung, ein doch recht oft beklagtes Problem von Frauen.

Einer der Hauptgründe dafür ist die anatomisch recht kurz angelegte Harnröhre, die es Bakterien und anderen Mikroben aus der Scheide und dem Enddarm recht leicht macht, in die Blase aufzusteigen und dort entsprechend Entzündungen hervor zu rufen. Natürlich ist es auch mit Folge einer schlechten Immunlage und der Einwirkung von Kältereizen, oder speziellen sexuelle Praktiken, die die Blase für Erreger empfindlich macht.

ine akute Blasenentzündung ist oft sehr schmerzhaft und beeinträchtigt das Wohlbefinden massiv. Symptome wie häufiger Harndrang, Harntröpfeln, dumpfer oder schneidender Schmerz im Unterbauch, Brennen beim Wasserlassen, stark riechender, trüber Urin der Blutspuren und Eiweiß enthalten kann werden beklagt.

Für manche Frauen sind gerade die rezidivierenden (wiederkehrenden) Blasenentzündungen ein ernstes Problem, das einer gründlichen Untersuchung bedarf. Denn etwa die Hälfte dieser chronischen Entzündungen breiten sich weiter auf den höher gelegenen Harntrakt (Harnleiter, Nieren) aus und können dort bleibende Schäden verursachen, u.U. bis hin zum Nierenversagen.

Bei einer akuten Blasenentzündung kann „Frau“ einiges für sich selbst tun: um den Säuregrad des Urins herab zu setzen sollten Sie aller halben Stunde einen viertel Liter kaltes Wasser, alkoholfreies Bier oder Sodawasser (Wasser mit etwas Natriumbikarbonat). Dazu nimmt man pro ¼ Liter Wasser maximal einen halben Teelöffel Soda und sollte die "Sodawasser-Kur" insgesamt nicht länger als 3 Stunden insgesamt durchführen, das bedeutet also die maximale Menge von 3 Teelöffeln Soda. Auch der aus der Pflanzenheilkunde stammende "Bärentraubenblätter-Tee" hat sich als Heilmittel für die Blase bewährt. Als heiße Tipps gelten auch Preiselbeersaft oder Kapseln, Aduki-Bohnen (beides in Reformhäusern erhältlich) Knoblauch oder Gelbwurzelextrakt (Hydrastis).

Nun aber zurück zur Homöopathie. Hier nun einige (zum Teil bekannte) Mittel, die sich bei derartigen Beschwerden bewährt haben:

Häufiges Wasserlassen oder Schmerzen in der Blase, beim Wasserlassen, Gehen sowie Kälte verschlimmert, frösteln nach dem Urinieren, Krampfschmerzen, ziehende Schmerzen in der Harnröhre, die sich beim Wasserlassen noch verschlimmern. Dumpfer, ziehender Schmerz im Unterleib, weil man nicht rechtzeitig zur Toilette gegangen ist.

Harntröpfeln, falls man sich den Gang zur Toilette verkneift, ziehender, brennender Schmerz oder heftig einschießender Schmerz in der Blase, der sich abends und nach dem Wasserlassen verschlimmert. Schmerzen in der Harnröhre zusammen mit dem Gefühl das nur wenige Tropfen abgegangen sind. Ziehender Schmerz im Unterleib, evtl. Gefühl, das die Organe nach außen drängen.

Häufiges Wasserlassen mit brennenden, schneidenden Schmerzen und unentwegtem Harndrang. Blase entleert sich nicht richtig, sehr starke Unterleibsschmerzen, in den Rücken ausstrahlend, Kreuzschmerzen vor allem beim Versuch, Wasser zu lassen. Nur sehr geringes Urinträufeln mit Blutspuren, Schmerzen der Harnröhre, die sich nach dem Urinieren noch verschlimmern.

Brennender, scharfer stechender Schmerz in der Blase, der sich nach dem Wasserlassen noch verstärkt. Häufiger Harndrang mit Absonderung von kleinen Mengen heißen, mit Blutspuren durchsetzten Urins, dabei aufgedunsener Unterleib, starker, weißlicher Scheidenausfluss. Alle Beschwerden verschlimmern sich bei Wärme und bessern sich bei Kälte, also auch kühle Bauchauflagen sind angenehm.

Allgemein gilt, das die homöopathischen Mittel nur so oft oder besser gesagt selten wiederholt werden dürfen, wie unbedingt nötig ist. Es empfiehlt sich die Einnahme einer Initialdosis (Anfangsdosis) von 3-5 Globuli des entsprechenden Mittels und anschließend das Auflösen von weiteren ca. 5 Globuli in einem Glas Wasser, indem man diese Kügelchen mit einem Plasiklöffel unter ständigen Umrühren "verkleppert". Auf diese Methode wurde bereits in einem früheren Teil der Homöopathie-Serie genauer eingegangen. Diese Lösung trinkt man dann schluckweise über den Tag verteilt aus.

Sollte das Mittel nicht wirken, weil es vielleicht nicht das Simile ist, dann rate ich grundsätzlich von weiteren Versuchen ab, denn "Frau" sollte bedenken, dass wie oben beschrieben eine Blaseninfektion auch in höher gelegene Organe aufsteigen und dann nicht ungefährlich werden kann. Homöopathie ist eine geniale Therapiemethode und dennoch gibt es gerade für Unerfahrene doch recht zeitige Grenzen der Selbstbehandlung. Dieser Grundsatz sollte verinnerlicht und ein(e) Therapeut(in) Ihres Vertrauens zu Rate gezogen werden.

Quellennachweis: G. Köhler "Lehrbuch der Klassischen Homöopathie Band II"