Thema Kopfläuse: „natürlich“ behandeln ist allemal besser!

Kopflaus

Der Kopflausbefall bei Kindern ist ein Problem, mit dem Eltern und Erzieher doch häufiger konfrontiert werden. Diese bei Tier und Mensch vorkommenden Läuse sind aus der Familie der Gliederfüßler und sind verwandt mit Wanzen, Mücken und Fliegen. Kopfläuse sind zwar blutsaugende Parasiten aber anders als Kleiderläuse selten Überträger von Krankheiten.

Der gängige Übertragungsweg ist der Kontakt über zusammen aufgehängte Kleidungsstücke und über Bettwäsche.

Die Diagnose erfolgt häufig, nachdem über hartnäckigen Juckreiz der Kopfhaut oder über eine ekzemartige Erscheinung mit Kratzspuren im Nacken geklagt wird. Der Läusenachweis kann so erfolgen: Das nasse Haar wird mit einem feinen Kamm kopfüber über dem Waschbecken durchgekämmt. Dabei fallen einzelne Läuse in das Becken und sind als bewegliche, kleine schwärzliche Tierchen zu erkennen. Weiter kann mit einer Taschenlampe im Gegenlicht nach Nissen gesucht werden: diese heften fest am Haarschaft und lassen sich wie Schuppen mit den Fingern abstreifen, besonders häufig findet man sie in der Umgebung der Ohren.

Lange Zeit wurde als generelles hochwirksames Insektizid Lindan (z.B. Jakutin®) verwendet, bis mit der Zeit festgestellt wurde, dass es eine hohe Schädlichkeit besitzt (genverändernd, krebserregend, nerventoxisch). Heutzutage wird mit Pyrethroiden (z.B. Permethrin ®, Goldgeist ®) als schnelle Lösung gegen das Lausproblem vorgegangen. Die Bedenklichkeit in der direkten Kopfbehandlung liegt in der Neigung der Pyrethroide, sich im Organismus bevorzugt im Nervensystem anzusammeln. Mit der Aufbringung auf die durch Kratzen vorgeschädigten Haut wird bereits im Kindesalter für eine „Extraportion“ dieses Giftes gesorgt, über dessen Langzeitwirkung kaum nachgedacht wird. Der potenzierende Effekt zusammen mit anderen Umweltgiften und Schadstoffen sorgt für die Sensibilisierung des Körpers und damit verbunden auch für eine erhöhte Anfälligkeit u.a. für Störungen im Nerven- und Immunsystem. Mit Pyrethroiden müssen Eltern heute stets rechnen: Sie sollten neue Kleidung vor dem ersten Anziehen immer waschen, nur eindeutig unbehandelte Teppiche anschaffen, Lebensmittel beim „zuverlässigen“ Biobetrieb „um die Ecke“ bevorzugen und selber nicht mit Insektiziden hantieren. In Harmonie mit sich und seiner belebten Umwelt zu leben verspricht stabile Gesundheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden.

So liegt es nicht fern, über natürliche Methoden und Möglichkeiten der Läusebehandlung nachzudenken.

Der Neem-Baum ist hier ein großer Hoffnungsträger. Bei den alternativen Möglichkeiten zur Läusebehandlung haben sich in den letzten Jahren besonders Präparate, die aus dem Neem-Baum gewonnen werden, bewährt. Ebenso Behandlungen mit Rapsöl- Emulsion sind sehr hautfreundlich und können bei Kindern ohne Bedenken angewandt werden.

Drei natürliche Maßnahmen im Wechsel sind erfolgreich:

  • zweimal in der Woche der Gang in die Sauna (Läuse vertragen keine Temperaturen über 50°C); alternativ kann eine Frisierhaube eingesetzt und von außen befönt werden
  • das Haar mit einem Raps- oder Kokosöl (z.B. Aesculo-Gel®) behandeln
  • zweimal täglich mit einem Nissenkamm (extra fein) durch das mit einer verdünnten Essigwasserlösung gespülte Haar kämmen

Bei kleinen Kindern kann es sinnvoll sein, die Haare radikal zu scheren, gesünder ist es allemal.

Textile Gegenstände (Bettwäsche, Handtücher, Oberbekleidung) bei 60 Grad waschen, nicht waschbare Textilien oder Gegenstände, die diese Temperatur nicht vertragen, können für 4 Wochen bei Zimmertemperatur in einem dicht schließenden Plastiksack aufbewahrt werden (wenn Läuse und Larven ihren „Wirt“ verlieren, verhungern sie)

Spieltiere, Kämme und Haarbürsten können ebenfalls mit diesen Methoden behandelt werden. Alternativ dazu kann man sie in einem Plastikbeutel für einen Tag in die Kühltruhe legen oder im Backofen bei mindestens 45 Grad Umluft (60 min) entlausen. Autopolster, Kopfstützen, Fußböden, Polstermöbeln etc. gründlich mit dem Staubsauger absaugen gegebenenfalls mit dem Dampfgerät nachbehandeln. Bei starkem Befall kann man problematische Flächen auch mit Haarfestiger einsprühen.

In Schulen und Kindergärten ist es wichtig, dass die Kleidung der Kinder an den Garderoben entweder solange nicht nebeneinander hängen oder aber die Oberbekleidung mit Plastiküberzügen versehen wird, bis der Befall getilgt ist.

Oft hört man die Worte: „immer wieder trifft es mein Kind“. Der wiederkehrende Befall mit Läusen zeigt eine gewisse konstitutionelle Schwäche des Kindes und lässt sich mit Homöopathie gut beeinflussen. In Ergänzung zu den unbedenklichen allgemeinen Maßnahmen können die homöopathische Behandlung des Juckreizes, der Hautveränderungen, der vegetativen Störungen wie auch einer Insektenphobie erfolgen.

Kathrin Sauermann